Montag, 05 Januar 2015

Verantwortung fürs Gemeinwohl

Kaufentscheidungen oder Auftragsvergaben bieten heute mehr Freiheiten denn je. Nahezu jedes Produkt ist irgendwo in Deutschland, Europa oder auf der Welt noch billiger zu haben, vielleicht auch manchmal bequemer. Doch Freiheit ist nur in Verbindung mit Verantwortung zu haben. Was die Gesellschaft inzwischen beim Thema Ernährung weitgehend erkannt hat, gilt für die gesamte Wirtschaft: Gedankenlos entfesselte Warenströme sind weder für die Verbraucher noch für die Gesellschaft gut. Die langfristigen Auswirkungen kann sich jeder ausmalen. Kein anonymer Internet-Versandhändler wird sich je um das Straßenbild in Eckental, Heroldsberg, Kalchreuth oder Igensdorf bemühen – geschweige denn eine Abizeitung, ein Vereinsfest oder einen Kindergarten unterstützen. Wer den Wert einer vitalen Wirtschaft vor Ort für eine Gemeinde oder eine Region erkennt, müsste eigentlich ein „Lokalgebot“ ausrufen. Waren oder Dienstleistungen von Unternehmen vor Ort beinhalten einen Mehrwert: Regionale Wirtschaftskreisläufe halten die Wertschöpfung am Ort, und davon haben alle etwas. Regional verwurzelte Firmen bauen auf nachhaltige, langfristige Beziehungen zu Kundschaft und Umfeld und sind alleine dadurch zu Qualität verpflichtet. Darüberhinaus engagieren sich Inhaber und ortsansässige Führungskräfte auch für gemeinnützige Ziele und Einrichtungen. Auf diese Aspekte weist die Initiative „Vor Ort handeln“ im doppelten Wortsinn hin: Handeln im Sinne von Markt, und Handel im Sinne von tätig werden.